Schlussakkord für ein erfolgreiches Forschungsprojekt: Am 4. Juli wurden in Braunschweig im Rahmen einer Abschlussveranstaltung die Ergebnisse des MENDEL-Projekts präsentiert, dazu gab es zahlreiche Vorträge, Software-Präsentationen und eine Live-Demonstration. MENDEL (kurz für Minimale Belastung elektrischer Netze durch Ladevorgänge von Elektrobussen) hatte sich seit seinem Projektstart im Januar 2016 zum Ziel gesetzt, die Investitions- und Betriebskosten der Elektromobilität zu senken. Dazu kooperierten zahlreiche Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft: AVT STOYE, Fraunhofer IML, GEVAS, ifak, das Deutsche Luft und Raumfahrtzentrum (DLR) sowie als Konsortialführer INIT. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Im Teilprojekt Smart Grid erarbeiteten die Projektpartner Softwarelösungen zur intelligenten Planung und Steuerung der Stromversorgung von Bussen. Dazu wurden Optimierungsmodule entwickelt, welche die optimale Ladeinfrastruktur für Opportunity Charging (Laden auf der Strecke) in einem Busliniennetz ermitteln. Als Berechnungsbasis dienen die Infrastrukturdaten des Stromnetzbetreibers sowie die Fahrplandaten. Darauf aufbauend können neu entwickelte Softwarekomponenten die Fahrzeugumläufe und die zeitliche Verteilung der Ladevorgänge optimieren. Dabei kann situativ die Ladedauer angepasst werden: Wird im ITCS ein kritischer Ladezustand registriert, so wird der Ladevorgang an der Haltestelle verlängert; bei hohem Ladezustand kann der Aufenthalt zugunsten einer geringeren Netzbelastung verkürzt werden.

AVT STOYE war beim Teilprojekt ITS beteiligt, welches sich auf die Senkung der variablen Betriebskosten fokussierte. Ein wesentliches Einsparpotential ergibt sich durch die Reduktion energieintensiver Anfahrvorgänge. AVT STOYE stellte dafür einen performanten Verkehrsrechner zur Verfügung sowie insgesamt drei Lichtsignalsteuergeräte mit dem für eine zentrale ÖV-Priorisierung optimierten Steuerverfahren TRENDS/TRELAN der Firma GEVAS software. Über den Verkehrsrechner sind ebenfalls Road Side Units (RSU) gemäß ETSI ITS-G5 angebunden. Über die RSU werden CAM-Telegramme (Cooperative Awareness Message) der Busse empfangen und SPaT-Daten (Signal Phase and Timing) an die Busse ausgesendet. Besonderer Fokus lag bei der Einhaltung von minimalen Latenzzeiten im gesamtem Systemverbund, wie es bei kooperativen Anwendungen zwingend erforderlich ist. Zudem wurde beim Verkehrsrechner sehr großer Wert darauf gelegt, dass alle Erweiterungen konform zu den Industriestandards OCIT-O V3.0 und OCIT-C V2.0 erfolgten, um eine wirtschaftliche Übertragbarkeit auf Bestandsysteme zu gewährleisten.